Geschichte

CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

"Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben, bleib im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben."

Goethe, West-östlicher Divan, Kapitel „Buch des Unmuts“, Gedicht „Wer nicht franzet oder britet“, letzte Strophe

 

Allgemeine Informationen

Dem Unterricht in der Einführungsphase kommt mit Blick auf den Übergang in die Qualifikationsphase eine Brückenfunktion zu. Zum einen erhalten die Lernenden die Möglichkeit, historisches Wissen zu erwerben und zu festigen. Zum anderen werden die Lernenden mit dem propädeutischen Arbeiten (Hinführung zu wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen) vertraut gemacht.

In der Qualifikationsphase erweitern die Lernenden ihre Kompetenzen und wenden ihr Wissen bei der Lösung zunehmend anspruchsvoller und komplexer Frage- und Problemstellungen an. Dabei erschließen sie Zusammenhänge zwischen Wissensbereichen und erlernen Methoden und Strategien zur systematischen Beschaffung, Strukturierung und Nutzung von Informationen und Materialien.

Die Themen der Kurshalbjahre E1 bis Q3 orientieren sich am chronologischen Prinzip gemäß dem Basiskonzept „Kontinuität und Veränderung in der Zeit“, ohne dass damit ein lückenloser Durchgang durch die Epochen intendiert wäre. Die Festlegung der Themenfelder legitimiert sich durch deren Relevanz für die Gegenwart und mögliche Zukunft der Lernenden.Die verbindlichen Themenfelder sind fett gedruckt.

Einführungsphase

Wurzeln des europäischen Selbstverständnisses und Entstehung der modernen Welt
Themenfelder
E.1Formen von Herrschaft und Gesellschaft in Antike und Mittelalter
E.2Interkulturelle Begegnungen und europäische Aufbrüche
E.3Die Französische Revolution – Realisierung von „Freiheit, Gleichheit, Brüder-
lichkeit“ in Europa?
E.4Antike Traditionen und Rezeption der Antike
E.5Infragestellung traditionaler Herrschaft in der frühen Neuzeit

 Qualifikationsphase

Q1
Nation, Kapitalismus und Expansion: Europa und die Welt im 19. Jahrhundert – Ambivalenzen des politischen und wirtschaftlichen Fortschritts
Themenfelder
Q1.1
Die deutsche Revolution von 1848/49 – Markstein auf dem Weg zu Parlamentarismus, Demokratie und Nationalstaat?
Q1.2 Emanzipationsbestrebungen im 19. Jahrhundert – auf dem Weg zu Freiheit und Gleichheit aller Menschen?
Q1.3Herrschaft und Gesellschaft im europäischen Vergleich – ein liberaler Nationalstaat für alle Bürger?
Q1.4Industrialisierung – Wohlstand für wenige?
Q1.5Imperialismus – Export europäischer Zivilisation?
Q1.6Der Erste Weltkrieg – Zerstörung der alten europäischen Ordnung
Q2Die Welt zwischen Demokratie und Diktatur (1917–1945)
Themenfelder
Q2.1Die Weimarer Republik als erste deutsche Demokratie
Q2.2Aushöhlung der Demokratie und Errichtung der Diktatur in Deutschland
Q2.3
Die nationalsozialistische Diktatur – Zerstörung von Demokratie und Menschenrechten in Deutschland und Europa
Q2.4Weltpolitische Faktoren in der Zeit von 1917 bis 1945 – globale Krisen und Kriege
Q2.5Russische Revolution und Sowjetunion unter Stalin – das kommunistische Gegenmodell
Q2.6Demokratie, Faschismus und Widerstand in Deutschland und Europa
Q3Ost-West-Konflikt, postkoloniale Welt und Globalisierung
Themenfelder
Q3.1Der Kalte Krieg – stabile oder labile Weltordnung?
Q3.2Die Teilung Deutschlands – eine Nation, zwei Staaten
Q3.3Deutschland von der Teilung zur Einheit
Q3.4Weltpolitische Entwicklungen zwischen Bipolarität und Multipolarität
Q3.5Der Nahostkonflikt als weltpolitischer Krisenherd
Q3.6Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit – „Vergangenheitsbewältigung“?
Q4Geschichtskultur, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik – öffentlicher Umgang mit Geschichte in der Gegenwart
Themenfelder
Q4.1Öffentliche Debatten über die Vergangenheit als Selbstverständigung der Gesellschaft
Q4.2Erinnerungs- und Geschichtspolitik – Akteure und Interessen
Q4.3Welche Funktion haben Mythen und Legenden?
Q4.4Wie wird an Verbrechen erinnert? – Nationale Erinnerungskulturen in Europa und Asien
Q4.5Wie wird Vergangenheit medial (re)konstruiert?

 (gültig für die Einführungsphase ab August 2017)